Am Samstag mache ich mich mit meiner Chefin auf in den Amazonas. Auf einem FamTrip. Das heißt, alles ist kostenlos, da sich die Lodge für die Reisebüros präsentieren will.
Früh am Morgen geht es dann mit dem Flugzeug auf in das 150 km östlich gelegene Coca, eine Stadt mitten im Amazonas. Von dort aus verlassen wir die Zivilisation und fahren mit einem Motorboot 70 km Flussabwärts. Der Rio Napo führt direkt hin zum Amazonas und entspringt am Cotopaxi in den Anden. Hier steigen wir aus um uns auf den Weg in den Urwald zu machen. Es handelt sich hier um Primär Wald, der zum großen Teil unberührt und unerforscht ist. Die verschiedenen sich gegenseitig überwuchernden Pflanzen sind atemberaubend und in den Baumwipfeln turnen die ganze Zeit Affen. Danach geht es in ein Interpretationszentrum wo wir auf eine indigene Familie stoßen. Die Leute tanzen für uns, stellen uns Fallen vor mit denen sie die Tiere des Urwalds fangen und ein Scharman hält eine Reinigungszeremonie ab, die uns von bösen Geistern befreien soll.
Weiter geht es 2 Stunden mit einem Kanu rudernd auf einen Nebenarm hin zur Lodge Napo Wildlife. Die Lodge ist wunderbar an einer Lagune gelegen, die wir auch zum baden nutzen können. Nicht ganz ungefährlich wie der Guide meint, denn im Wasser tummeln sich Kaimane, Piranhas und Zitteraale. Nach dem Abendessen gehen wir auf eine Nachtwanderung, wo wir zum Beispiel eine Tarantel sehen. Auch die Stimmen des niemals Schlafenden Urwalds sind beeindrucken. Vögel singen, Affen kreischen und Grillen zirpen durch die Nacht.
Am nächsten Tag machen wir uns auf eine Wanderung durch den Urwald. nachdem wir einen engen Fluss entlang gefahren sind und unser Guide mit der Machete einen Baum fällen musste, damit wir voran kommen steigen wir aus und wandern 2 Stunden lang durch die Flora des Regenwalds. Heute hat sich der Wald den Beinamen Regen redlich verdient und über uns ergießt sich ein warmer Tropenschauer. Auf dem Weg sehen wir viele alte Bäume, manche mehr als 200 Jahre alt, Termite und andere Tiere wie Schmetterlinge und riesige Tausendfüßler. Zurück in der Lodge freuen wir uns auf trockene Klamotten und verbringen einen gemütlichen Mittag. Nachmittags machen wir uns auf zu einem Aussichtsturm. Der Turm liegt mitten im Jungle. Wir müssen erst eine halbe Stunde hin wander doch Gott sei dank hat der Regen aufgehört. Der Turm ist 38 Meter hoch und in die Krone eines Baumes gesetzt. Durchmesser des Stamms ca. 3 Meter. Von hier aus können wir Papageie und andere Vogelarten durch die Lüfte fliegen sehen. In der Nacht machen wir uns dann auf Kaimane zu sehen. Sie leben wie erwähnt in der Lagune und kommen bei Nacht aus ihren verstecken. Wir haben Glück und sehen einen riesigen 3 Meter langen Kaiman und ein Baby.
Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Rückweg nach Coca für unseren Flug. Hier sehen wir an einer Klippe des Napo Fluss Papageie! Mindestens 30 und 3 verschiedene Arten alle in verschiedenen Bunten Farben und Größen. Zurück in Coca muss ich mal wieder was typisches Essen. Nach dem Meerschwein, dem Nationalgericht der Anden, esse ich hier riesige gegrillte Maden
schmecken angeblich wie Mais was ich nicht bestätigen kann, dass soll wohl jeder Mutige lieber selbst beschreiben.
Eine atemberaubende Reise in eine andere Welt. 80 % Luftfeuchtigkeit 25 °C Durchschnittstemperatur! 36 °C Spitze 19 °C Minimum.